Die Fertigung von Strandkörben

Die Fertigung von Sylter Strandkörben

Heute noch werden Sylter Strandkörbe in Betrieben mit langjähriger Familientradition in reiner Handarbeit gefertigt. Die einzigen Hilfsmittel, welche die Handwerker verwenden, sind Kreissägen, Fräsen, Hobel, Elektroschrauber und Luftdrucknagelpistolen. In mehreren Fertigungsschritten wird so aus einzelnen Holzteilen ein komfortabler Strandkorb.

Die Holzteile werden zugeschnitten

Das Gestell eines Strandkorbs wird je nach Kundenwunsch aus unterschiedlichen Hölzern wie nordische Kiefer, sibirische Lärche, Esche, Birkensperrholz oder aus edlen Tropenhölzern gefertigt. In der Tischlerei werden die aus Holz bestehenden Teile des Strandkorbs, d.h. Rückenteil, Seitenwände mit Tragegriffen, Sitzflächen, Zwischenböden, Blenden, Fußstützen und Klapptische von den Handwerkern in Handarbeit maßgenau zugeschnitten und vormontiert.

Die Oberflächenbehandlung der Holzteile

Die vormontierten Holzteile werden nun im Tauchbecken lasiert und lackiert. Durch die Lasur, die tief in das Holz eindringt, wird das Holz widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und erhält seine charakteristische Farbe wie zum Beispiel – je nach Kundenwunsch – Mahagoni, Pinie, Teak, Nussbaum oder Irokoholz. Eine solche Oberflächenbehandlung, die auch beispielsweise bei Gartenmöbeln zur Anwendung kommt, ermöglicht eine lange Lebensdauer der Strandkörbe. Wind und Wetter können dem Strandkorb nach erfolgter Behandlung keinen Schaden mehr zufügen.

Aufwendige Flechtarbeiten für den Korb

Nun erfolgt in aufwendiger Handarbeit das Flechten der Bänder auf das Holzgestell. Mit beeindruckender Geschwindigkeit flechten die erfahrenen Handwerker mit flinken Fingern die Bänder um die Holzstaken, die dem Geflecht, das aus PVD oder Rattan besteht, Stabilität und Festigkeit verleihen. Dieses Geflecht sorgt zudem für die charakteristische Optik, an der man einen Strandkorb erkennt.

Polsterei und Markisenbespannung

Nach dem Flechten der Bänder fehlen nur noch die Markise und die Polster des Strandkorbs. Auf einem Zuschneidetisch spannen die Näher und Näherinnen die Rollen aus dem imprägnierten Markisenstoff ein, schneiden den Stoff maßgerecht zu und nähen aus den Stoffstücken die Markise des Strandkorbs, die Bespannung für die Seitenteile, die Fußstützen und die Kissen. Dann werden die genähten Teile und die Polsterung millimetergenau auf das Gestell getackert.

Der Zusammenbau des Strandkorbs

Im nächsten Schritt werden Untergestell und Seitenteile miteinander verschraubt, die Klapptische und die Fußstützen montiert und mit Metallbeschlägen aus Edelstahl, Aluminium oder verzinktem Stahl versehen. Danach hängen die Handwerker das Oberteil ein. Schon ist das Prachtstück fertig.

So werden in den Herstellerbetrieben pro Jahr mehrere Tausend Strandkörbe in Handarbeit gefertigt, von denen jeder einzelne ein Unikat ist. Gerne erfüllen die Herstellerfirmen auch individuelle Kundenwünsche, sodass jeder gefertigte Strandkorb ein Einzelstück ist. Ein solcher in altbewährter Tradition gefertigter, robuster und langlebiger Strandkorb hält bei guter Pflege durchaus mehr als zehn Jahre.

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